Meines Lebens Lauf

Walfriede Schmitt, Jahrgang 1943, wuchs in einer Theaterfamilie auf. Nach zwei Jahren Studium der Sinologie wechselte sie an die Hochschule für Schauspielkunst in Berlin, spielte in Parchim, Halle / Saale, Meinigen und am Deutschen Theater Berlin. In über 20 Inszenierungen war sie eine der Protagonisten der Berliner Volksbühne. Hier arbeitete sie mit den Regisseuren Benno Besson, Heiner Müller, Manfred Karge/ Matthias Langhoff, Fritz Marquardt, Frank Castorf und Christof Schlingensief. Für ihre Rolle „meine Person“ in „Die Legende vom Glück ohne Ende“ (Plenzdorf) im Theater Schwert und für ihre Darstellung des Blacaman in „Der Falschspieler“ von Victor Contreras wurde sie jeweils mit einem Darstellerpreis ausgezeichnet. Sie erhielt den Kunstpreis der DDR.

Parallel zu ihrem Theaterengagement stand sie auch immer wieder vor der Kamera und drehte u.a. Filme wie „Das Schilfrohr“ (Anna Seghers), „Bahnwärter Thiel“(Gerhardt Hauptmann), „Pauline Oswalds zweites Leben“ (Silberner Lorbeer DFD). Für die DEFA drehte sie u.a. in den Filmen „Moritz in der Litfaßsäule“, „Die Beunruhigung“ (Preis für die beste Nebenrolle), „Coming out“.

In Bodo Fürneisens Psychodrama „Scheusal“ spielte sie eine der vier miteinander verfeindeten Schwestern und wurde dafür 1991 gemeinsam mit ihren Kolleginnen mit dem „Goldenen Gong“ ausgezeichnet.
Zehn Jahre lang – von 1994 bis 2004 – verkörperte sie die Oberschwester Klara in der erfolgreichen Fernsehserie “Für alle Fälle Stefanie” und erreichte damit Kultstatus. Fernsehzuschauer kennen sie auch aus erfolgreichen Krimiserien wie „Polizeiruf 110“, „Tatort“ und „Der letzte Zeuge“. Bei dem Regisseur Christian Frosch spielte sie erfolgreich in zwei österreichischen Filmproduktionen: „Die totale Therapie“ und „Weiße Lilien“. Außerdem arbeitete sie als Dozentin an der Schauspielschule „Ernst Busch“, in den USA und in Kanada.

Sehr viel ist sie mit musikalisch-literarischen Programmen unterwegs:
„Alice im Wunderland“ mit dem Posaunisten Conrad Bauer (auch als Hörbuch erhältlich), „Love and Blues“ mit der Sängerin Ruth Hohmann, dem Posaunisten Conrad Bauer und dem Pianisten Ulrich Gummiert.
„Dass ich nicht vergesse, Ihnen zu erzählen“ – jüdische Geschichten, Witze, Anekdoten – mit dem Sänger Karsten Troyke, dem Klarinettisten Jürgen Kupke und der Gruppe Scho „Vom Unfug des Sterbens“ – Die Weisheiten des König Salomo mit der Sängerin Axinia Schönfeld

Walfriede Schmitt war 1989 maßgeblich an der Gründung des Unabhängigen Frauenverbandes der DDR beteiligt. 2003 wurde sie für ihren Einsatz gegen Krieg und Gewalt mit dem Berliner Frauenpreis ausgezeichnet.

Im Herbst 2009 wurde ihr erster Roman „Gott ist zu langsam“ beim Thyrneisser Verlag Berlin / Basel herausgegeben. Er ist zu bestellen unter Agentur Tatsch
Sie spielte an der „Komödie am Ku’damm“ in der erfolgreichen Inszenierung von Carl-Herrmann Risse: „Fisch zu viert“ und in Sean O’Casey’s „Ende vom Anfang“.
Im „Theater am Rand“ ist sie auch in diesem Jahr im „Wunder von Ballybrawdawn“ zu sehen.